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Woran erkennt man einen guten Solarfonds?

Geschlossenen Fonds haftet nicht erst bedingt durch die zurückliegende Finanz- und Wirtschaftskrise häufig ein eher zweifelhafter Ruf an. Von Geldvernichtungsmaschinen ist gerne die Rede, von Totalverlusten, von unseriösen Vertriebsmethoden und schlecht ausgebildeten oder informierten Vermittlern. Und in der Tat werden Geldanlagen unterschiedlichster Art gerne dem sogenannten Grauen Kapitalmarkt zugeordnet, der bisher gesetzlich wenig reglementiert und kontrolliert ist – und der von den entsprechenden Vermittlern zwar eine Gewerbeerlaubnis, nicht aber die einschlägige Sachkunde fordert. Das Ergebnis liegt auf der Hand – immer wieder machen unbedarfte Anleger ein Verlustgeschäft mit geschlossenen Fonds aller Art. Zwar wird ein Gesetzesentwurf zur Novellierung des Finanzanlagevermittler- und Vermögensanlagerechts im Bundesrat zurzeit diskutiert und in seiner endgültigen Fassung wohl noch in diesem Jahr verabschiedet, doch bis dahin müssen sich Anleger selbst mit der Frage auseinandersetzen, ob ein bestimmter Fonds tatsächlich das Mittel der Wahl zur Optimierung des Vermögens ist.

Auch im Zuge der Reaktorkatastrophe von Japan gerät die Solarenergie seit Jahren zunehmend in den Fokus des Interesses von Politik und Öffentlichkeit. Solarfonds sind mehr und mehr im Kommen und stoßen bei vielen Anlegern auf breites Interesse. Ein nachhaltiges Investment in erneuerbare Energien scheint vor dem Hintergrund der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland eine gute Alternative zu sein – und schon deshalb ist derzeit eine Reihe von entsprechenden Fonds am Markt verfügbar. Aber worauf sollte man vor der Entscheidung für ein solches Investment achten? Und woran erkennt man einen guten Solarfonds?

Die gesetzlichen Grundlagen zur Nutzung der Solartechnologie sind in Deutschland im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert, das auch die Höhe der Einspeisevergütung langfristig garantiert. Damit sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein dauerhaft sicheres Investment in die Solartechnologie am Standort Deutschland geschaffen.

Grundsätzlich muss man bei einem Solarfonds wie bei jedem geschlossenen Fonds allerdings darauf achten, dass das investierte Geld erst einmal nicht mehr verfügbar ist. Der gezeichnete Anteil wird unter Umständen nur schwer zu veräußern sein und ist kaum zurückzugeben. Ist man sich dessen bewusst, dass das investierte Kapital für einen längeren Zeitpunkt gebunden ist, kann ein Solarfonds eine sinnvolle Beimischung im Vermögensaufbau sein. Doch vor der Vertragsunterschrift gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Zunächst müssen die Investitionskriterien des Fonds transparent gemacht werden, damit der Anleger weiß, nach welchen Charakteristika ein Objekt ausgewählt wurde. Ein Solarfonds investiert üblicherweise in Freiflächen- und Dachflächenanlagen. Nach Ansicht von Experten zeichnet sich Deutschland durch ein hohes Potenzial an sonnenintensiven Flächen aus, die sich für solche Photovoltaikanlagen anbieten. Insgesamt ist eine kurze Gesamtlaufzeit des Investments empfehlenswert, sie macht die Investition überschaubar.

Die Gewinnkalkulation eines Solarfonds sollte konservativ aufgebaut sein. Das bedeutet, die Erträge sollten niedrig angesetzt sein, die Kosten in angemessener Höhe. Ein Best Case- und ein Worst Case-Szenario muss offengelegt werden und eine Grundlage zur Abschätzung der Gewinnentwicklung in positiver und negativer Richtung bieten. Beide Szenarien müssen Angaben zum geplanten Gesamtmittelrückfluss sowie zu den vorgesehenen Rücklagen enthalten.

Alle Angaben sollten sich im Verkaufsprospekt des Fonds finden. Er muss von der Bundesaufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) geprüft sein. Zwar analysiert sie den Prospekt nicht auf inhaltliche Richtigkeit, doch sie bestätigt die Vollständigkeit der gesetzlich vorgeschriebenen Angaben.

Besonders aussagekräftig sind alle Fondsangaben im direkten Vergleich zu anderen Fonds des Initiators, soweit diese bereits vollständig platziert sind. Zeichnen sie sich durch solide Ergebnisse möglicherweise sogar über Plan aus, darf auch bei einem weiteren Fonds erwartet werden, dass der Initiator sein Handwerk versteht.